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Von Bränden und Pumpenmännern in Fürstenberg

Zuerst stand auf dem Vorstenberg über dem Karpketal eine Burg des Bischofs von Paderborn. Er erbaute sie 1325, um den südlichen Teils seines Landes zu überwachen. Doch noch im gleichen Jahrhundert wurde das gesamte Sintfeld durch die Bengeler Fehde verwüstet. Die streitenden Ritter brannten alle Dörfer nieder. Auch die Vorstenburg wurde belagert und dabei vollständig zerstört.

1448 kamen die Herren Westphalen. Sie entschlossen sich zum Wiederaufbau und zur Befestigung der Vorstenburg. Um das menschenleere Sintfeld neu zu besiedeln, gründeten sie die 'Freiheit Fürstenberg'. In der Gründungsurkunde, dem Bundbrief, legten sie Abgaben und Dienste fest und gaben den Bauern freie Rechte zu roden und zu wirtschaften. Das gefiel den Siedlern und das Dorf im Schutze der Burg wurde bald eines der größten im Paderborner Land.

Brände waren eine ständige Gefahr für die Bewohner des dicht bebauten Dorfes. Geriet durch Unachtsamkeit an der Feuerstelle, durch Umgang mit offenem Licht oder durch Blitzschlag eines der Fachwerkhäuser in Brand, so waren auch die Nachbarhäuser mit ihren strohgedeckten Dächern gefährdet. Nach langer Trockenheit oder bei starkem Wind vergrößerte sich die Feuersgefahr, und ein Brand konnte katastrophale Ausmaße annehmen.

Aus Fürstenbergs Archiven:

1460 ist Fürstenberg bei Streitigkeiten zwischen den Herren von Ketteler und denen von Westphalen durch bewaffnete Reiter niedergebrannt worden.

1506 am 7. Juli ist die Dorfschaft verbrannt, da ein Schmied sein Feuer nicht sorgfältig verwahrt hatte.

1532 am 24. März ist die Dorfschaft von einem Brand vernichtet worden, da ein Schneider sein Herdfeuer nachlässig bewacht hatte.

1554 am 2. September sind die Burg und 120 Häuser des Dorfes abgebrannt. Dabei verlor der Burgherr große Teile seines Eigentums.

1588 am 29. Juni brach ein Feuer aus und ergriff das ganze Dorf.

1615 am 1. Mai ist die ganze Dorfschaft verbrannt und zu Asche geworden.

1703 ist das halbe Dorf Fürstenberg durch ein beklagenswertes Feuer vernichtet worden.

1726 am 4. Oktober ist das Haus des Bernard Buschmeier von einem Blitzschlag getroffen und mit elf Nachbarhäusern vom Feuer verzehrt worden.

1727 am 19. August ist das ganze Dorf durch ein unheilvolles Schadenfeuer hinweggerafft worden, das um die elfte Nachtstunde ausgebrochen war.

1780 am 30. März wurden 52 Anwesen ein Raub der Flammen. Der Brand entstand fahrlässig , als Flachs an der Feuerstelle getrocknet wurde.

1851 am 28. Juni ist nachmittags ein Brand entstanden , der rasch um sich griff und 21 Gehöfte auf dem Klimberg vernichtete.

Jeder durch Heirat neu in das Dorf kommende Einwohner musste neben dem Einzugsgeld von zwei Talern der Gemeinde einen Löscheimer stellen. Mitglied der Feuerwehr zu sein war für ihn wie für jeden Mann Pflicht. Der Kirchturm diente als Spritzenhaus, in dem die Spritzen,  Feuerhaken und Leitern untergestellt waren. Bei Gefahr wurden die Dorfbewohner mit der Feuerglocke auf dem Turm alarmiert und zur Hilfe gerufen. Für die beiden Löschmannschaften standen zwei fahrbare Spritzen und vier Wasserwagen bereit. 1843 wurde an der Kuhtrift ein eigenes Spritzenhaus erbaut.

Am 21.08.1927 ist in Fürstenberg eine freiwillige Feuerwehr gegründet worden. 70 wehrfähige Männer traten der Wehr bei. Sie wählten den Schmiedemeister Heinrich Schäfer zu ihrem ersten Kommandeur. Er exerzierte monatlich nach einem festen Reglement die Einsatzbereitschaft seiner Pumpenmänner, auf die er sehr stolz war. Neben der Freiwilligen Feuerwehr blieb weiter die Brandwehr der dienstpflichtigen Personen bestehen. Sie war 167 Mann stark und sollte bei Einsätzen die Freiwillige unterstützen.

1931 beschaffte der Kreis Büren mit Unterstützung der Westf. Provinzial Feuersozität drei Motorspritzen. Eine „Goliath II“ der Marke Magirus mit einer Pumpenleistung von 600 Litern pro Minute wurde in Fürstenberg stationiert. Die Tragspritze stand auf einem Fahrgestell, das an ein Kraftfahrzeug angehängt werden konnte. Zugfahrzeug war das Postauto. Wurde die Spritze außerhalb des Standortes Fürstenberg benutzt, mussten außer dem Kommandeur der freiwilligen Feuerwehr Fürstenberg 10 bis 12 Mann als Bedienung mitfahren.

Der Brandschutz wurde weiter verbessert. Beim Sägewerk Weitekamp wurde eine Sperrmauer gebaut, um aus dem Wasserstau die Motorpumpe zu versorgen. An der Stelle des Gerichtskumpes wurde ein Löschteich als Wasserreserve auf dem Dorf gebaut.

Und noch etwas war neu: Die Feuerwehrkapelle stellte die Musik zur Hebung der Feierlichkeit bei sämtlichen Prozessionen.

 
 

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